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Hilfe für die Schwächsten

Verein SOS Mediterranee Deutschland stellt seine Arbeit zur Flüchtlingsrettung vor

Foto (v.l.): Verena Papke (Project Management SOS Mediterranee); Klaus Vogel, Gesine Schwan, Caterina Lobenstein und Staatsrätin Ulrike Hiller, jpg, 217.1 KB
Foto (v.l.): Verena Papke (Project Management SOS Mediterranee); Klaus Vogel, Gesine Schwan, Caterina Lobenstein und Staatsrätin Ulrike Hiller
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Rund 120 Gäste verfolgten am Donnerstagabend (12.05.2016) in der Bremer Landesvertretung in Berlin die Diskussion über die Rolle der europäischen Zivilgesellschaft im Mittelmeer und die Arbeit von SOS MEDITERRANEE Deutschland. Die Bevollmächtigte beim Bund, für Europa und Entwicklungszusammenarbeit, Staatsrätin Ulrike Hiller, würdigte die Arbeit des Vereins: "Sie leisten einen beeindruckenden Beitrag zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer – ihre Arbeit verdient unsere Unterstützung".

Staatsrätin Hiller erinnerte auch an die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten und der Verpflichtung zur Aussage "Etwas Besseres als den Tod findest du überall". "Wir brauchen ein gemeinsames europäisches Asylsystem, die Erleichterung legaler Zuwanderung und müssen den Menschen Perspektiven vor Ort bieten", so Hiller.

Kapitän Klaus Vogel, Gründer und Vorsitzender von SOS MEDITERRANEE Deutschland e.V., berichtete von der Arbeit des Vereins, der sich vor einem Jahr gründete und sich aus Spenden finanziert: "Über 1.300 Menschen sind bereits in diesem Jahr auf der Flucht vor politischer Verfolgung und Armut im Mittelmeer ertrunken. Wir haben seit Beginn des Rettungseinsatzes Mitte Februar über 700 Menschen in Seenot gerettet", so Kapitän Vogel.

Live-Schalte zum Rettungsschiff "Aquarius"

In einer Live-Schaltung zum "Search-and-Rescue Coordinator" Mathias Menge auf dem Rettungsschiff "Aquarius" bekamen die Gäste einen unmittelbaren Eindruck der Arbeit der Seenotretter. Die Aquarius ist momentan mit 231 Geretteten auf dem Weg nach Catania auf Sizilien.

Die Journalistin Caterina Lobenstein (Die ZEIT) schilderte eindrücklich ihre Erfahrungen auf dem Rettungsboot der Aquarius.

Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina, lobte in der anschließenden Diskussion das vielfältige Engagement der europäischen Zivilgesellschaft und hob exemplarisch SOS Mediterranee und die Kooperationspartner "AWO International" und "Ärzte ohne Grenzen" hervor. Gesine Schwan: "Diese Organisationen liefern uns die wichtigen Bilder und Informationen und bauen somit den notwendigen Druck auf die Politik auf."