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Roundtable zum 16. Bremer Solidaritätspreis

Menschenrechtsanwälte aus Honduras zu Gast in der Landesvertretung Bremen

Das Foto zeigt die beiden Preisträger mit Staatsrätin Ulrike Hiller und Michael Windfuhr (DIMR) | Copyright: BBEE , JPG, 304.7 KB
Staatsrätin Ulrike Hiller mit Victor Antonio Fernández Guzman sowie Martìn Fernández Guzman sowie Michael Windfuhr und Silke Goethe (BBEE)
© Senatspressestelle / BBEE


Unter dem Titel "Hoffnung für die Menschenrechte in Honduras?" lud die Bevollmächtigte Bremens beim Bund, für Europa und Entwicklungszusammenarbeit, Staatsrätin Ulrike Hiller, an diesem Donnerstag (04.04.2019) zu einem Roundtable mit den Preisträgern des 16. Bremer Solidaritätspreises nach Berlin ein.

Die beiden Menschenrechtsanwälte Victor Antonio Fernández Guzman und Martín Fernandéz Guzman aus Honduras waren zwei Tage zuvor im Bremer Rathaus von Bürgermeister Dr. Carsten Sieling für ihr Engagement gegen Korruption und für Rechtsstaatlichkeit sowie die Durchsetzung der Menschenrechte ausgezeichnet worden. Die Mitbegründer der "Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit" ("Moviemiento Amplio por la Dignidad y la Justicia") setzen sich gemeinsam mit lokalen Initiativen dafür ein, dass bei Großprojekten die Rechte der Bevölkerung und die Umweltschutzgesetzgebung beachtet werden.

An dem Roundtable in der Landesvertretung nahmen neben den beiden Gästen aus Honduras auch der Bundestagsabgeordnete und Sprecher der SPD-Fraktion für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Frank Schwabe, sowie der stellvertretende Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR), Michael Windfuhr, teil.

Preisträger Martín Fernández Guzman bedankte sich bei der Veranstaltung in der Landesvertretung Bremen für die mit der Auszeichnung verbundene Anerkennung ihres Engagements. "Das ist für uns ein wichtiger Impuls, unseren Auftrag fortzuführen. Die Bevölkerung in Honduras hat es verdient, unter besseren Bedingungen zu leben als bisher."

Preisträger: Aufforderung an die honduranische Regierung

Auch Victor Antonio Fernández Guzman betonte: "Der Preis ist enorm wichtig, weil er eine Aufforderung an die honduranische Regierung darstellt, die Situation im Land zu verändern. Sie kann daran nicht vorbeigehen. Das Preisgeld wird in unsere Projektarbeit gehen."

Michael Windfuhr vom Deutschen Institut für Menschenrechte, der zugleich Mitglied des Kuratoriums zum Bremer Solidaritätspreis ist, unterstrich, dass die Auszeichnung den Scheinwerfer auf ein Land richte, das sonst nicht im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stehe. Der Preis sei zudem ein wichtiger Beitrag, um Menschenrechtsverteidiger zu schützen, die durch ihr Engagement selbst gefährdet seien.

Auch der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Frank Schwabe, verwies darauf, wie wichtig das Bremer Schutzprogramm sei. Auch auf Bundesebene werde diskutiert, wie gefährdete Aktivisten unterstützt werden könnten. Der Deutsche Bundestag biete hier mit dem Programm "Parlamentarier schützen Parlamentarier" (PsP) ein Instrument, um praktische Solidarität mit verfolgten Kolleginnen und Kollegen zu leisten. Auch die Ratifizierung von internationalen Abkommen wie der ILO-Konvention 169 zu den Rechten von Indigenen stellten ein wichtiges Signal dar. "Deshalb ist es so wichtig, dass die Konvention von Deutschland ratifiziert wird."

An die Preisträger gerichtet, betonte der Bundestagsabgeordnete: "Es ist sehr mutig, dass Sie Ihre Arbeit auch unter schwierigsten Bedingungen ausüben. Möge die öffentliche Aufmerksamkeit dazu beitragen, Ihnen ein bisschen mehr Schutz zu geben."